Technikerschule Waldmünchen
Technikerschule Roding

Die Technikerschule ist am Donnerstag, den 13. September 2012 ins zweite Jahr gestartet und firmiert seit 1. September als staatliche Schule.

Der drohende Klimawandel macht es nötig, dass Strom nicht mehr aus Kohlekraftwerken oder anderen Treibgasschleudern, sondern „beispielsweise Biomassekraftwerken gewonnen wird", sagt Martin Brandl. Er ist heuer das zweite Jahr an der Technikerschule in Waldmünchen. Im vergangenen und im aktuellen Jahr lernt(e) er, wie das im Detail funktioniert. Brandl hat sich mittlerweile „das Verständnis zur technischen Ausrichtung einer Biomasseanlage erworben", sagt er selbstbewusst.


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Die Technikerschule startete vergangenes Jahr als Kommunale Bildungseinrichtung und sie war ein bayernweites Pilotprojekt. „Jetzt nahmen wir die Hürde, eine staatliche Schule zu sein", freut sich Waldmünchens Bürgermeister Markus Ackermann. Das bedeute einerseits eine Entlastung des Stadt-Haushalts. Andererseits „können wir jetzt über das Lehrerkontingent der Berufsschule verfügen", zeigt sich Siegfried Zistler erleichtert – und die gesuchten Nachwuchskräfte profitieren davon: Seit heuer sei kein Schulgeld mehr zu zahlen, sagt Zistler, der zusammen mit Ludwig Wenzl und Volker Lankes für die Koordination der „Staatlichen Fachschule für Umweltschutz und regenerative Energien", wie die Technikerschule Waldmünchen offiziell heißt, zuständig ist.

Ludwig Wenzl hat sich schon immer für erneuerbare Energien begeistert und bringt den künftigen Technikern die Fächer Physik,Steuerungs- und Elektrotechnik näher. „Es sind einfach gewisse Grundlagenfächer nötig", erklärt er. Wenzl bringt den Schülern auch „ein Bewusstsein für Energie" bei. Das heißt: Seine Schüler sollen verstehen, „dass Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt". Die künftigen Techniker seien „die Macher von morgen". Sie werden nach dem Abschluss in der Lage sein, beispielsweise die Energieversorgung von Gebäuden und Siedlungsgebieten optimal zu konzeptionieren. Schüler Martin Brandl sieht in den regenerativen Energien „die Zukunft" und er wollte deshalb in dieser Fachrichtung „seinen Horizont erweitern". Gelernt hat er Elektroniker und für ihn sei der Weg an die Techniker Schule „definitiv die richtige Entscheidung
gewesen" – das schulische Angebot sei gut.

Optimaler Theorie und Praxis-Mix

Geht es nach Siegfried Zistler, soll es noch besser werden. Die Ausstattung mit Lehrmodellen wird nach der Verstaatlichung weiter verbessert, verspricht er. Querschnittsmodelle bringen den Schülern dann beispielsweise die Funktionsweise von Photovoltaik-, Wind-, Wasserkraft- und weiteren Anlagen näher. Sie dienen der Veranschaulichung, und rund 30 Lehrkräfte helfen, die Technik zu verstehen. Die Ausbilder hätten verschiedenste Qualifikationen, es seien Professoren, Berufsschullehrer, Gymnasiallehrer und „Leute aus der Wirtschaft" mit von der Partie, verkündet Zistler.

„Die Vernetzung von Wissen in Form von Theorie und Praxis ist optimal bei uns", sagt Bürgermeister

Ackermann, „da hilft der Energiestandort Waldmünchen". Das, was gelernt werde, könne in Waldmünchen sofort angeschaut werden: Das Perlsee-Wasserkraftwerk, das Biomasseheizkraftwerk, das Bioenergiedorf Schäferei und viele andere Möglichkeiten rund um die Trenckstadt bieten sich „für Exkursionen" an. Und die Stadt werde weiterhin „größte Anstrengungen unternehmen", weiter ein derartiges Angebot bieten zu können, verspricht er.

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Quelle: Bayerwald Echo vom 15.09.2012